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LPK-Vorstandsmitglied kommentiert Pressemeldung der BARMER

Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Leiden in Rheinland-Pfalz so hoch wie nie

Foto: Shutterstock

"Noch nie sind Beschäftigte in Rheinland-Pfalz öfter wegen psychischer Leiden krankgeschrieben gewesen als im Jahr 2019." Das meldet die BARMER und bezieht sich dabei auf eine eigene repräsentative Auswertung von Arbeitsunfähigkeitsmeldungen. Die Krankenkasse benennt einen Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage durch psychische Erkrankungen bei Beschäftigen aus Rheinland-Pfalz um 20 Prozent. Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage stieg dabei im Vergleich zum Jahr 2013 um 3,0 Arbeitstage und liegt nun bei durchschnittlich 3,6 Tagen. Psychische Störungen liegen demnach auf Platz zwei der Ursachen für Arbeitsunfähigkeit hinter den Muskel-Skelett-Erkrankungen.

Dieser Anstieg wurde in den letzten Jahren immer wieder benannt. So veröffentlichte der Versicherer Swiss Life 2019, dass immer mehr Menschen wegen psychischer Störungen vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden, und der BKK Dachverband berichtete 2019 eine Verdopplung der Fehltage aufgrund von psychischen Störungen im Vergleich zu einer Analyse von 2008. 

Aus den Zahlen lässt sich allerdings nicht schließen, dass Arbeitnehmer tatsächlich öfter psychisch erkranken. „Psychische Erkrankungen werden in den letzten Jahren deutlich häufiger erkannt und auch als solche benannt.“ sagt Ulrich Bestle, Vorstandsmitglied der Landespsychotherapeutenkammer RLP. Auch sind psychische Erkrankungen im Durchschnitt mit mehr Fehltagen verbunden als andere Erkrankungen. Bestle erklärt weiter, dass die psychotherapeutische Versorgung bei der Behandlung von psychischen Störungen eine zentrale Rolle spielt. Aus diesem Grund setzt sich die LPK RLP seit Jahren für eine bessere Versorgung im ambulanten und stationären Bereich ein.

Die zitierte Pressemeldung der BARMER vom 19. Mai 2020 finden Sie hier.

26.05.2020