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"Ängste und Depressionen nehmen zu"

Die Rheinpfalz (Bad Dürkheimer Zeitung) hat ein Interview mit Kammermitglied Norbert Winkler über die psychischen Auswirkungen der Klimakatastrophe geführt. Der Psychologische Psychotherapeut, der mit eigener Praxis in Bad Dürkheim niedergelassen ist, vertritt Rheinland-Pfalz in der Delegiertenversammlung des Psychotherapeutenversorgungswerkes und engagiert sich für den Klimaschutz, unter anderem bei "Psychologists for future".

Im Interview berichtet Herr Winkler, dass in den vergangenen zwei Jahren vermehrt Menschen in seine Praxis gekommen seien, die nicht unter individuellen Problemen leiden sondern sich durch die allgemeinen Krisen unserer Zeit belastet fühlen: Etwa durch die Klimakatastrophe, die Auswirkungen der Corona-Krise oder den Krieg in der Ukraine. Wut, Angst, Trauer und Verzweiflung seien häufige Reaktionen, die nicht immer Krankheitswert hätten. Allerdings seien zum Teil auch unkontrollierbare Ängste und Depressionen die Folge der vielfältigen Belastungen. Bei Kindern und Jugendlichen zeige sich besonders die hohe Belastung während der Corona-Krise, die nun zum Teil zu Essstörungen und Depressionen führe.

Wichtig sei, trotz der vielfältigen Probleme "nicht im Dauerkrisenmodus" zu leben, sondern Lösungen zu suchen, so Herr Winkler. Er empfiehlt, sich zu engagieren, um sich weniger ausgeliefert und hilflos zu fühlen. Von der Politik wünscht er sich, dass sie die Bedrohung durch die Klimakatastrophe ernst nimmt und entsprechende Maßnahmen ergreift: "Die beste Vorsorge gegen Sorgen und Ängste wegen der Klimakrise wäre ein guter Klimaschutz."

Das Interview mit Norbert Winkler führte Alexander Sperk. Es erschien am 24. April in der Rheinpfalz (Bad Dürkheimer Zeitung), auf S. 17.

Norbert Winkler

24.04.2023
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