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Angst vor Atomkrieg: Was hilft gegen den Kontrollverlust?

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine treibt viele Menschen die Angst vor einem Dritten Weltkrieg und einer atomaren Eskalation um. Die Allgemeine Zeitung (AZ) führte zu diesem Thema ein Interview mit Dr. Andrea Benecke, Vizepräsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Frau Dr. Benecke betonte, dass Menschen sich in bedrohlichen Situationen nach Kontrolle sehnen und daher besonders der Kontrollverlust und die Hilflosigkeit angesichts der aktuellen Lage für viele sehr beängstigend sei.

Möglichkeiten, um dem Gefühl der Hilflosigkeit entgegenzutreten, seien beispielsweise Demonstrationen gegen den Krieg und Engagement für Kriegsflüchtlinge. "All das hilft, sich nicht mehr hilflos zu fühlen und eine Art von Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen", so Frau Dr. Benecke.
Auch das Bestreben, sich über Nachrichten möglichst gut über den Krieg zu informieren, sei ein Versuch, die Kontrolle zurückzuerlangen. Dabei müsse man aber das richtige Maß wahren. Wenn man sich gar nicht mehr von der Thematik lösen kann und die Gedanken nur noch um dieses Thema kreisen, sei es ratsam, den Nachrichtenkonsum einschränken. "Man sollte die Gedanken woanders hinlenken, um nicht nur in dieser Katastrophe zu verharren", erklärte die Vizepräsidentin. Wichtig sei es zudem, mit anderen Menschen über seine Ängste zu sprechen.

Das Interview "Angst vor dem Atomkrieg" von Ute Strunk erschien am 4. März 2022 auf S. 2 der Allgemeinen Zeitung. Zahlende Kunden können es auf der Homepage der Allgemeinen Zeitung HIER lesen.

[Dr. Andrea Benecke]

07.03.2022
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