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Psychische Belastung von Pflegefachpersonen durch die Corona-Krise

SZ, Welt, SWR u. a. berichten: Pressekonferenz von LPK RLP und Landespflegekammer

Sabine Maur und Dr. Markus Mai auf der Pressekonferenz am 18.06.2020

Welche psychischen Belastungen bringt die Corona-Pandemie für Pflegefachpersonen mit sich? Welche Möglichkeiten der psychischen Unterstützung und der Stärkung der Resilienz gibt es? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Pressekonferenz von Landespsychotherapeutenkammer und Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, die am 18. Juni 2020 in der Geschäftsstelle der Landespflegekammer in Mainz stattfand.

Sabine Maur, Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer, und Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz stellten vor Journalist*innen von SWR, dpa und Evangelischem Pressedienst zunächst die besondere Belastungssituation der Pflegefachpersonen dar, die ohnehin schon unter großem Druck stehen, der sich durch die Corona-Krise noch einmal deutlich erhöht hat. Frau Maur erläuterte, dass im Pflegebereich tätige Personen während der Corona-Krise ein besonders hohes Risiko für psychische Belastungen haben. Die Pflegenden sorgen sich um die eigene Gesundheit und die ihrer Angehörigen, wollen trotzdem ihre Patient*innen so gut wie möglich versorgen und leiden darunter, Sterbende nicht ausreichend begleiten zu können, die aufgrund der Ansteckungsgefahr auch von Angehörigen teilweise nicht besucht werden dürfen. Belastend für die Pflegenden sind auch die  verstärkten Hygiene- und Schutzregeln sowie mehr Organisationsaufwand. Die psychischen Folgen reichten von Schlafstörungen und Unruhezuständen über Konzentrationsprobleme, Motivationslosigkeit und Wut bis zum Rückzug aus sozialen Beziehungen und Depressionen. Von zentraler Bedeutung ist in dieser Situation die Stärkung der psychischen Resilienz, also der "seelischen Widerstandsfähigkeit" wie Frau Maur erläuterte.

Um Pflegefachpersonen in dieser schwierigen Lage zu unterstützen und zu ermutigen, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten, haben die beiden Kammern gemeinsam Poster und Flyer zur psychotherapeutischen ersten Hilfe entwickelt, die auf der Pressekonferenz vorgestellt wurden. Die Informationsmaterialien sollen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen aufgehängt und ausgelegt werden und über weitergehende Hilfsangebote bei psychischen Belastungen informieren.
 
Auch die kostenfreie Telefonberatung für alle Pflegeberufe, die von Psychotherapeut*innen angeboten wird, war Thema der Pressekonferenz. Über die Internetplattform www.psych4nurses.de können Pflegefachpersonen kurzfristig und bundesweit 30-minütige Beratungstermine buchen. Dieses Angebot ist ein gemeinsames Hilfsangebot des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Schirmherrschaft haben die Bundespflegekammer und der Deutschen Pflegerat übernommen.

Das Interesse der Medien an der Kooperation der beiden Berufsgruppen zum Wohle der Pflegenden war groß. Zahlreiche Zeitungen griffen den Artikel der dpa auf und der SWR erwähnte die Kooperation in der Sendung SWR aktuell. Sie finden die Medienbeiträge über folgende Links:

22.06.2020