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Für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt

Vom 10. bis 20. Oktober 2026 findet bundesweit die Woche der Seelischen Gesundheit statt. Das diesjährige Motto "Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt" rückt das solidarische Miteinander und die gegenseitige Verantwortung in den Mittelpunkt. Die beteiligten psychosoziale Einrichtungen und Organisationen setzen sich für mehr Akzeptanz, Solidarität und Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein. Koordiniert wird die Aktionswoche vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, das dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Immer noch sind Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oft mit Unverständnis und Ausgrenzung konfrontiert. Daher bleibt es wichtig, gemeinsam der Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen und Betroffenen entgegenzuwirken. Anders als manche glauben, reicht es bei einer psychischen Erkrankung nicht, „sich ein bisschen zusammen zu reißen". Psychische Erkrankungen sind mehr als eine vorrübergehende Traurigkeit und müssen professionell behandelt werden. Dass die Wartezeiten auf Psychotherapie oft unzumutbar lang sind zeigt, dass Gesellschaft und Politik bei psychischen und körperlichen Erkrankungen immer noch mit zweierlei Maß messen.

"Würden Sie Patient*innen mit Knochenbrüchen zumuten, fünf Monate auf Behandlung zu warten?" fragt Dr. Andrea Benecke, Vizepräsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz und Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer. „Genau das erleben viele Patient*innen mit psychischen Erkrankungen. Doch auch psychische Erkrankungen können sich verschlimmern und chronisch werden, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. Daher fordern die Psychotherapeutenkammern seit langem den Ausbau der niedrigschwelligen psychotherapeutischen Versorgung. Jeder Betroffene braucht schnellen Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe – und eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt.“
 

15.10.2026
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