Sabine Maur legt Amt als Präsidentin der LPK RLP nieder
Sabine Maur, Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz (LPK RLP) und Vize-Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), legt ihr Amt als Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz und als Vizepräsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer nieder. Maur erklärt ihren Rückzug mit sofortiger Wirkung.
LPK-Präsidentin Maur sagte:
„Menschen, die mit hohem Leidensdruck psychisch belastet sind, haben Anspruch auf eine adäquate Versorgung – das ist mein berufspolitisches Ethos. Deshalb setze ich mich zum Beispiel dafür ein, dass junge Menschen aus marginalisierten Gruppen Zugang zu einem Therapieplatz haben. Und dafür, bestehende Versorgungslücken für non-binäre Menschen durch eine Anpassung des Leistungsrechts endlich zu schließen. Dafür werde ich mich weiterhin kraftvoll engagieren.
Ein Mitschnitt meiner Äußerungen im Rahmen einer online-Fortbildung war Gegenstand von Presseberichten und eines von mir geführten Gerichtsverfahrens. Das Landgericht Berlin II hat in seinem Urteil vom 10. März insofern meiner Klage stattgegeben, als es der Antragsgegnerin strafbewehrt untersagt hat zu behaupten, ich würde Diagnosen falsch ausstellen. Doch zugleich hat das Landgericht Berlin II meine Äußerungen in berufsrechtlicher Hinsicht beanstandet und meine Vorbildfunktion betont. Laut dem Urteil hätte ich Zuhörer*innen das Vorgehen, „einen Hinweis auf die Non-Binarität (….) zu unterlassen“, nahegelegt, um dadurch „den Ausschluss non-binärer Menschen von der Kostenerstattung für geschlechtsangleichende Maßnahmen zu umgehen“ und „eine Kostenerstattung zu erwirken.“ Schon vor dem Urteil hat die Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz – auch auf meinen Wunsch - eine unabhängige berufsrechtliche Prüfung meiner Äußerungen eingeleitet.
Für mich ist klar: Wenn ich mich missverständlich äußere, übernehme ich dafür die Verantwortung. Auch, um Schaden von der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz und der Bundespsychotherapeutenkammer abzuwenden. Ich habe deshalb nach reiflicher Überlegung den Vorstand der LPK RLP und der BPtK darüber informiert, dass ich aus meinem Amt ausscheide. Für die großartige Zusammenarbeit in der LPK RLP und der BPtK sowie das Vertrauen auch der Mitglieder bin ich sehr dankbar. Auch künftig werde ich mich für die gemeinsamen Ziele einsetzen.“
Der Vorstand der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz äußert sich dazu wie folgt:
„Die Entscheidung von Sabine Maur nehmen wir mit großem Respekt und Bedauern zur Kenntnis. Frau Maur hat sehr maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Arbeit der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz. Mit ihrem herausragenden Engagement hat Sabine Maur einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass die Landespsychotherapeutenkammer ihren Stellenwert in der rheinland-pfälzischen Landespolitik weiter ausbauen konnte und als wichtige gesundheitspolitische Akteurin in zahlreiche Prozesse eingebunden ist. Frau Maur hat sich intensiv für die Interessen psychisch kranker Menschen in Rheinland-Pfalz und für eine bessere psychotherapeutische Versorgung eingesetzt, ganz besonders im Ahrtal nach der Flutkatastrophe. Nicht nur vor dem Hintergrund dieser Naturkatastrophe hat sie stets die Bedeutung von Klimaschutz als Gesundheitsschutz betont. Mit ihren tiefen Kenntnissen, ihrem Blick über den Tellerrand und ihrem ethischen Kompass hat Frau Maur die Arbeit der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz wesentlich vorangebracht. Dafür dankt der Vorstand Sabine Maur persönlich und im Namen der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz ausdrücklich.“








