Simmern: Jubiläum der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Diakonie Kliniken Hunsrück in Simmern, hat LPK-Vorstandsmitglied Ulrich Bestle einen Fachvortrag gehalten.
Rund 1.200 Patient*innen begleitet das multiprofessionelle Team dieser Abteilung jedes Jahr auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Die 100-köpfige Abteilung erfüllt den psychiatrischen Versorgungsauftrag des Landes Rheinland-Pfalz für den Rhein-Hunsrück-Kreis sowie für die Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg. Mit stationären, tagesklinischen und ambulanten Angeboten stellt sie die wohnortnahe psychiatrische Versorgung der Menschen in der Region sicher.
Herr Dr. Winfried Oberhausen begrüßte die Anwesenden und führte durch das Programm. Nach den feierlichen Grußworten durch Carina Esch, Geschäftsführerin der Diakonie Kliniken Hunschrück, und Wolfgang Spitz, Erster Kreisbeigeordneter, folgten die fachlichen Vorträge von Dr. Wilhelm Rotthaus, Ulrich Bestle und Dr. Winfried Oberhausen.
Herr Bestle, der selbst einen Teil seiner Berufslaufbahn in dieser Klinik tätig war, referierte beim Festakt im Schloss Simmern am 16. September 2026 zum Thema „Psychotherapie im Kontext gesellschaftlicher und struktureller Rahmenbedingungen“. In seinem Vortrag machte er deutlich: „Psychische Erkrankungen sind nicht ausschließlich biologisch, nicht ausschließlich psychologisch und nicht ausschließlich sozial zu verstehen. Diese Ebenen wirken miteinander und aufeinander."
Auch die Vielzahl der aktuellen Krisen habe daher natürlich Einfluss auf die psychische Gesundheit: „Ich möchte nicht behaupten, dass jede gesellschaftliche Krise automatisch eine psychische Erkrankung erzeugt. […] Aber diese Krisen verändern Lebensrealitäten. Sie verändern Zukunftserwartungen, Sicherheitsgefühl, Familien, Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und damit verändern sie Bedingungen, unter denen psychische Gesundheit entsteht und erhalten wird.“, so Herr Bestle. Es sei in der Psychotherapie von großer Bedeutung, sehr genau auf den einzelnen Menschen zu schauen – und gleichzeitig weit genug herauszuzoomen, um seine Welt nicht zu vergessen.
Im weiteren Fortgang seines Vortrages erläuterte er außerdem den Aufbau der Versorgungsstrukturen im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie, wobei er sich besonders ausführlich der ambulanten Psychotherapie widmete. Dabei zeichnete er wichtige historische Entwicklungsschritte dieses Versorgungsangebotes nach und beleuchtete die Herausforderungen, vor denen die ambulanten Psychotherapie aktuell steht.
Das 25-jährige Jubiläum wurde nicht nur durch Fachvorträge, sondern auch durch Jazzmusik gewürdigt und es bestand die Möglichkeit zu angeregtem interdisziplinären Austausch. Herr Bestle nutze die Gelegenheit unter anderem dafür, über die neue Psychotherapieweiterbildung zu informieren und offene Fragen zu beantworten.








