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Stärkung des Kinder- und Jugendschutzes

Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) hat mit dem Städtetag und dem Landkreistag Rheinland-Pfalz einen Vertrag geschlossen, um den Kinder- und Jugendschutz zu verbessern. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Psychotherapeuten- und Ärzteschaft mit den Jugendämtern zu intensivieren, um bei Gefährdungen des Kindeswohls effektiver zu handeln.

Die KV RLP, der Städte- und Landkreistag Rheinland-Pfalz schaffen damit einen wichtigen Schritt neben den bereits bestehenden Kinderschutzmaßnahmen. Erkennen Psychotherapeut*innen oder Ärzt*innen Anzeichen einer Kindesgefährdung, sollen sie gemäß der Vereinbarung die Situation mit den Betroffenen besprechen und auf Hilfen hinwirken. Führt dies zu keiner Lösung, können sie das Jugendamt informieren – stets unter der Prämisse, dass der Schutz des Kindes nicht gefährdet wird. Für die Meldung an das Jugendamt füllen Psychotherapeut*innen und Ärzt*innen ein Formular aus, das sie erstmals über eine Gebührenordnungsposition abrechnen können. Gleiches gilt für vom Jugendamt initiierte Fallbesprechungen. „Die Kooperationsvereinbarung ist ein bedeutender Schritt in der Prävention und Erkennung von Gefährdungen. Sie schärft das Bewusstsein und die Verantwortung, der sich die Psychotherapeuten- und Ärzteschaft in Rheinland-Pfalz gerne stellen“, betont KV RLP-Vorstandsmitglied Peter Andreas Staub, der auch Mitglied im Vorstand der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz ist. 

Jugendämter fungieren als Ratgeber
Bei Fragen zur Kindeswohlgefährdung können sich Psychotherapeut*innen und Ärzt*innen jederzeit an die Jugendämter wenden. Handelt es sich um einen konkreten Fall, haben sie Anspruch auf Beratung zur besseren Einschätzung einer potenziellen Gefährdung. „Eine gute und effektive Kommunikation zwischen den Jugendämtern und den medizinischen Fachkräften ist entscheidend für einen verbesserten Kinder- und Jugendschutz“, bekräftigt Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV RLP. Erst kürzlich tauschte er sich in seinem Gesprächsformat „Talk mit Doc Bartels“ mit Kinderschutzexpertin Prof. Dr. Kathinka Beckmann zu diesem Thema aus. Dabei ging es unter anderem um erschütternde Zahlen, verdrängte Realitäten und die entscheidende Rolle der Psychotherapeuten- und Ärzteschaft. 

[Quelle: KV RLP]

12.02.2026
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