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Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit

Zusammenstellung von Informationen und Anlaufstellen für Betroffene

Foto: iStock/ArtistGNDphotography

Die Corona-Pandemie sowie ihre direkten und indirekten Folgen führen bei vielen Menschen zu vermehrtem Stress bis hin zu starken psychischen Belastungen. Einem besonders hohen Risiko für psychische Erkrankungen sind dabei Personen ausgesetzt, die in der medizinischen und pflegerischen Intensivversorgung tätig sind, Menschen mit potentiell traumatischen Covid-Erfahrungen (beispielsweise einer eigenen Erkrankung oder Erkrankung und Tod von nahestehenden Menschen), existentiellen Sorgen durch Einkommensverlust und Arbeitslosigkeit, Menschen mit bereits bestehenden psychischen Erkrankungen, Kinder, Jugendliche und Familien mit Vorbelastungen und geringen Ressourcen sowie ältere und alte Menschen durch Isolation und Einsamkeit, Krankheits- und Todesängste.

Weiter erhöht wird das Risiko einer psychischen Erkrankung mittlerweile durch das lange Andauern der Pandemie und die damit verbundenen Unsicherheiten, beispielsweise in Bezug auf berufliche Pläne. Zusätzlich führen Herbst und Winter generell zu einer Zunahme psychischer Belastungen (insbesondere bei vorerkrankten Menschen), wobei die Regeln zur Eindämmung der Pandemie auch die in diesen Fällen dringend empfohlenen Aufenthalte im Freien, sportliche Aktivitäten und soziale Kontakte erschweren.

Vertiefende Informationen und Daten zu den psychischen Auswirkungen der Corona-Pandemie finden Sie in der Broschüre "Corona-Pandemie und psychische Erkrankungen" der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK).

Die Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz betrachtet es als ihre Aufgabe, Politik und Öffentlichkeit für die psychischen Gefahren, die durch die Pandemie und ihre Begleitumstände drohen, zu sensibilisieren und darüber zu informieren. So referierte etwa die Kammerpräsidentin Sabine Maur bei einer Anhörung bei der Enquete-Kommission "Corona-Pandemie" im Landtag Rheinland-Pfalz. Weitere Information zu dieser Anhörung finden Sie hier.
Zudem steht der LPK RLP-Vorstand den Medien als Ansprechpartner zum Thema psychische Auswirkungen der Corona-Pandemie zur Verfügung. So hat sich beispielsweise die Präsidentin der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz in einem Studiogespräch mit dem SWR über die Gefahr von übermäßigem Alkoholkonsum in der Corona-Pandemie geäußert. Alle LPK-Medienbeiträge zum Thema Corona finden hier.

Für Menschen, denen es aktuell psychisch schlecht geht, gibt es verschiedene Anlaufstellen: Beratungsstellen und psychotherapeutische Praxen sind geöffnet und arbeiten auch videogestützt. Konkrete Unterstützungsangebote verschiedener Intensität hat die BPtK in einem Wegweiser aufgelistet. Sie finden den Wegweiser hier

Weitere Anlaufstellen für Rheinland-Pfalz hat das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie zusammengestellt. Sie finden diese Liste unter "Hotlines und Anlaufstellen für psychisch belastete und erkrankte Menschen" hier. 

Speziell zur Unterstützung von Pflegefachpersonen haben Landespsychotherapeutenkammer und die Landespflegekammer bereits während der ersten Corona-Welle gemeinsam Flyer zur psychotherapeutischen ersten Hilfe entwickelt, die Sie hier herunterladen können:

Für die beruflich Pflegenden gibt es außerdem ein eigens für die Corona-Pandemie geschaffenes psychotherapeutisches Beratungsangebot: Psychotherapeut*innen bieten eine kostenfreie Telefonberatung für alle Pflegeberufe an. Die professionelle Unterstützung ist insbesondere gedacht für Pflegefachpersonen in den Kliniken sowie in Altenpflegeheimen und in der häuslichen Versorgung. Sie können über die Internetplattform www.psych4nurses.de  kurzfristig und bundesweit 30-minütige Beratungstermine buchen. Dieses Angebot ist ein gemeinsames Hilfsangebot des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe und der Bundespsychotherapeutenkammer. Die Schirmherrschaft haben die Bundespflegekammer und der Deutschen Pflegerat übernommen.

Hilfreiche Internetseiten zu psychischer Gesundheit speziell von Kindern und Familien während der Pandemie finden Sie beispielsweise hier:

Unterstützungsangebote und Tipps für Studierende finde Sie hier:


Bitte beachten Sie: Bei Bedarf können auch während der Pandemie die Angebote der Suchtberatungsstellen genutzt werden, die auch telefonische Beratung anbieten. Auch Suchtkliniken und Psychotherapiepraxen sind weiterhin geöffnet. Adressen der Suchtberatungsstellen für Drogen- und Alkoholabhängige in Rheinland-Pfalz finden Sie hier.

Auch das Leibniz-Institut für Resilienzforschung hat Ratschläge zum psychosozialen Umgang mit Krisensituationen, insbesondere der Corona-Pandemie, zusammengestellt: Hilfestellungen und Empfehlungen zum Umgang mit den psychischen Folgen der Corona-Pandemie, 10 Tipps, wie Sie psychisch stark bleiben, pädagogische Angebote und Empfehlungen zum Umgang mit den psychosozialen Herausforderungen für den onlinegestützten Unterricht während der Schulschließungen finden Sie hier.
Darüber hinaus weist das Institut für Resilienzforschung auf die Arbeit seiner Resilienz-Ambulanz hin, an die sich Bürger*innen wenden können, die ihren Umgang mit Stress verbessern und ihre Resilienz stärken möchten. Informationen zur Resilienz-Ambuanz finden Sie hier.
 

01.03.2021