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Fragen und Antworten zur Weiterbildung

Was ist eine Weiterbildung?

Im Anschluss an die Berufsausbildung können approbierte Psychotherapeuten und Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeuten eine Weiterbildung antreten, um eingehende und besondere Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in einem bestimmten Weiterbildungsbereich zu erlangen und zu vertiefen. Die Weiterbildung dient also der Spezialisierung. Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung dürfen Sie einen entsprechenden Zusatztitel führen, der Ihnen Ihre besondere Qualifikation bescheinigt. Anders als eine Fortbildung erstreckt sich eine Weiterbildung je nach Bereich auf einen Zeitraum von 18 Monaten bis drei Jahren. Sie erfolgt im Rahmen praktischer Berufstätigkeit und theoretischer Unterweisung unter Anleitung zur Weiterbildung befugter Psychotherapeuten.

In welchen Bereichen ist eine Weiterbildung möglich?

In Rheinland-Pfalz können sich Kammermitglieder in den folgenden neun Bereichen weiterbilden:

  • Neuropsychologische Psychotherapie
  • Psychodiabetologie
  • Spezielle Schmerzpsychotherapie
  • Psychoanalyse
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Gesprächspsychotherapie (momentan leider keine anerkannte Weiterbildungsstätte in RLP vorhanden)
  • Systemische Therapie
  • Gutachterliche Tätigkeit im Bereich der Rechtspsychologie (Spezialisierungsmodule, die momentan von der LPK RLP anerkannt werden können: Familienrecht und Strafrecht/Strafvollstreckungsrecht)

Welchen Nutzen hat eine Weiterbildung?

Durch die Weiterbildung können Sie Ihre Kenntnisse im betreffenden Weiterbildungsbereich vertiefen und sich so weiter spezialisieren. Der durch die Weiterbildung erworbene ankündigungsfähige Titel kennzeichnet Sie als Experten im jeweiligen Fachgebiet. Der Titel ermöglicht Ihnen, beispielsweise auf Visitenkarten, Praxisschildern, in Ihrem Lebenslauf etc. ratsuchende Patienten und potentielle Arbeitgeber auf diese Zusatzqualifikation aufmerksam zu machen. Wenn Sie sich im Bereich „Gutachterliche Tätigkeit im Bereich der Rechtspsychologie“ weiterbilden, werden Sie außerdem auf die Liste der anerkannten Gutachter auf der Homepage der LPK RLP aufgenommen.
Der Erwerb der Zusatzbezeichnung ist zudem eine der Voraussetzungen, um sich im entsprechenden Bereich als Weiterbildungsbefugter anerkennen zu lassen.

Wo kann man eine Weiterbildung absolvieren?

Gemäß ihrer Weiterbildungsordnung kann die LPK RLP Zusatzbezeichnungen nur dann anerkennen, wenn die theoretische und die praktische Weiterbildung an von einer Landespsychotherapeutenkammer anerkannten Weiterbildungsstätten absolviert wurden. Alle anerkannten rheinland-pfälzischen Weiterbildungsstätten sind auf dieser Homepage aufgelistet. Sie finden Sie hier.

Was passiert nach Abschluss der Weiterbildung?

Wenn Sie Ihre Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben, können Sie auf dieser Homepage das Ihrem Weiterbildungsbereich entsprechende Antragsformular herunterladen. Sie finden die „Anträge auf Anerkennung von Zusatzbezeichnungen“ unter dem Reiter „Mitglieder“ im Bereich „Formulare“ (und zusätzlich im Bereich „Weiterbildung“). Die Antragsformulare listen alle Nachweise auf, die zur Anerkennung der Zusatzbezeichnung benötigt werden.
Wenn das ausgefüllte Antragsformular zusammen mit den vollständigen Unterlagen in der Geschäftsstelle der LPK eingegangen ist, erhalten Sie eine Gebührenrechnung. Die Gebühr für einen Antrag auf Erwerb einer Zusatzbezeichnung richtet sich nach dem Aufwand, beträgt jedoch mindestens 360,00 EUR. Nach Zahlungseingang wird der Antrag bearbeitet. Wenn Ihr Antrag positiv beschieden werden kann, erhalten Sie eine Urkunde und dürfen fortan die Zusatzbezeichnung führen.

Was sind die Unterschiede zwischen Aus-, Fort- und Weiterbildung?

Häufig besteht Unsicherheit bezüglich der Unterschiede zwischen Ausbildung, Fortbildung und Weiterbildung. Zur Klärung:

  • Zur Ausbildung zählt alles, was dem Erwerb der Approbation dient, also Bachelor- und Masterstudium sowie die anschließende mindestens dreijährige Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut.
  • Nach der Approbation haben PPs und KJPs die Möglichkeit, eine mindestens 18monatige Weiterbildung an einer Weiterbildungsstätte zu absolvieren, um ihre Kenntnisse in einem bestimmten Bereich zu vertiefen und einen ankündigungsfähigen Zusatztitel zu erwerben.
  • Fortbildung dient der Sicherung, Erweiterung und Aktualisierung des in Aus- und Weiterbildung erworbenen Grundlagenwissens. Jedes Kammermitglied, das psychotherapeutisch tätig ist, ist verpflichtet sich beruflich fortzubilden. Die Fortbildung kann beispielsweise erfolgen durch die Teilnahme an Workshops, Seminaren, Kongressen, Symposien und Vorträgen, Fallkonferenzen, Hospitationen etc. Auch im Rahmen von Selbststudium und durch Lehr- und Referententätigkeit ist Fortbildung möglich. Alle wichtigen Informationen und Unterlagen zum Thema Fortbildung finden Sie hier auf unserer Homepage.

Was hat es mit dem Weiterbildungsregister auf sich?

Seit Inkrafttreten des neuen Heilberufsgesetzes am 1. Januar 2015 sind alle Heilberufekammern verpflichtet, ein Weiterbildungsregister für die in Weiterbildung befindlichen Kammermitglieder zu führen. Daraufhin hat die LPK RLP pflichtgemäß die Einrichtung und die laufende Fortschreibung des Registers in ihrer Hauptsatzung verankert: §2 der Weiterbildungsordnung legt fest, dass die in Weiterbildung befindlichen Kammermitglieder insbesondere den Beginn der Weiterbildung, den Weiterbildungsbereich und die Weiterbildungsstätte sowie Unterbrechungen und vorzeitige Beendigung der Weiterbildung der Kammer unverzüglich melden müssen. Auch die Weiterbildungsstätten sind verpflichtet, diese Daten an die Kammer zu übermitteln. Wer eine Weiterbildung absolviert, muss sich also ins Weiterbildungsregister eintragen lassen.
Ein entsprechender Antrag ist auf dieser Homepage zu finden (sowohl im Bereich „Formulare“ als auch im Bereich „Weiterbildung“).